Foren und so

Wie ich im "Über mich" schon geschrieben habe, war die große Zeit der (Aquaristik) Foren am Anfang der 2000 Jahre voll im Gange. Damals schien die Welt der Foren grenzenlos und quasi jeden Tag machte ein neues Forum zu einem neuen nie dagewesenen Thema auf.

Die bis dahin üblichen Newsgroups lagen im Sterben und diejenigen, die versuchten diese tapfer am Leben zu erhalten schimpften auf die "Klickibunti"Foren wie die sprichwörtlichen Rohrspatzen.

Die alten Hasen aus den Newsgroups trieben sich natürlich auch in den neuen Foren herum und rümpften oftmals die Nasen über die neuen Forenhelden. Es tobte recht schnell eine Art Krieg zwischen den blutigen Anfängern, den schon etwas Fortgeschritteneren, den Forencracks und den alten Hasen. In den typischen Einsteigerforen ging es regelmäßig hoch her, wenn sich wieder ein Neuling besonders blöd anstellte, oder noch schlimmer, wenn sich einer erdreistete den Platzhirschen Paroli zu bieten.

Viele fachlich gute Leute zogen sich damals in kleinere Fachforen zurück, in denen die "Anfängerthemen" möglichst nicht behandelt wurden und man sich noch einigermaßen "gesittet" über seine Lieblinge unterhalten konnte.

Inzwischen gibt es Facebook und Co und die allgemeine Anfängerhysterie hat sich von den großen Foren weitestgehend in die entsprechenden Gruppen verlagert. Gute 10 Jahre später droht den Foren das gleiche Schicksal wie ehedem den Newsgroups.

Alle sind bei Twitter, Facebook und Co heftig dabei und selbst die großen Massenforen kämpfen inzwischen ums Überleben. Die kleinen, aber feinen Fachforen haben dem so gut wie gar nichts entgegen zu setzen. Sie werden meist von Einzelpersonen betrieben, die viel Zeit, Geld und Herzblut in ihr Projekt stecken, es aber irgendwann einsehen müssen, dass sie gegen Facebook keine Chance haben. Auf Facebook und Twitter können die Leute schneller, wesentlich mehr andere Leute erreichen als in einem vergleichsweise statischen Forum. Also wunderbare Plattformen für die üblichen Selbstdarsteller und das auch noch völlig kostenfrei und ohne technische Kenntnisse.

Wer eine eigene Homepage und/oder ein Forum betreiben möchte, muss sich zwangsläufig mit dem Thema Technik auseinander setzen. Auch wenn es diverse Baukastensysteme und Hilfsmittel zur Gestaltung von Webseiten und Foren gibt, ohne einige Grundkenntnisse wird es sehr, sehr schwierig.

Facebook ist da wesentlich einfacher und man hat ja eh einen Account dort. Also fix eine Seite erstellen, einige Fotos (oft leider nicht mal die eigenen) hochladen und fertig ist die eigene Bühne. Gruppen erstellen ist Sekundensache und schon können sich beliebig viele Nutzer zum Thema austauschen.

Dagegen kann eine "normale" Webseite oder gar ein Forum nicht anstinken.

Wirklich?

So schön Facebook und Co auch sein mögen, so kurzlebig sind ihre Inhalte. Wer schon einmal einen Beitrag wieder finden wollte, den er vor einigen Tagen gesehen und nun noch einmal lesen möchte, wird wissen was ich meine. Wenn man Pech hat, ist ein Beitrag schon nach wenigen Stunden nur noch mit Mühe wieder zu finden.

Ob der Vorteil der größeren Nachhaltigkeit der Beiträge ausreicht, um zumindest einige Foren und Webseiten über die Zeit zu retten bleibt abzuwarten.

Ich habe mein Forum kürzlich dicht gemacht und betreibe "nur" noch zwei kleine Webseiten. Vielleicht hat es einige der Nutzer etwas aufgerüttelt und die verbliebenen Plattformen können davon profitieren?


Schauen wir mal...

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